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Rund 100 Menschen demonstrieren in Limburg zum Frauenkampftag
Limburg. Rund 100 Menschen haben sich am Montag, 9. März, auf dem Neumarkt versammelt, um im Rahmen einer Demonstration zum Internationalen Frauenkampftag auf bestehende Ungleichheiten aufmerksam zu machen. Die Kundgebung stand zugleich in Solidarität mit dem weltweit organisierten Frauenstreik, bei dem Frauen in vielen Ländern ihre Arbeit niederlegen, um für Gleichstellung, wirtschaftliche Unabhängigkeit und ein Leben frei von Gewalt einzutreten.
Zu der Veranstaltung hatte ein breites Bündnis aus Gewerkschaften, Initiativen und Vereinen eingeladen. Viktoria Spiegelberg-Kamens, Kreisvorsitzende des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) Limburg-Weilburg, eröffnete die Kundgebung. Sie betonte, dass Gleichstellung auch im Jahr 2026 noch nicht erreicht sei. Frauen verdienten weiterhin im Durchschnitt weniger als Männer, arbeiteten häufiger in Teilzeit und übernähmen den größten Teil der unbezahlten Sorgearbeit. Spiegelberg-Kamens plädierte zudem für eine gesellschaftliche Debatte über neue Arbeitszeitmodelle. Eine kürzere Vollzeit mit guter Bezahlung könne dazu beitragen, Erwerbsarbeit und Familienleben gerechter zu organisieren.
Mehrere Rednerinnen thematisierten zudem Gewalt gegen Frauen. Eileen Glienke vom Frauenhaus Limburg berichtete aus der Praxis der Hilfseinrichtungen. Frauen und Kinder suchten dort Schutz vor körperlicher, psychischer oder sexualisierter Gewalt. Gleichzeitig gebe es weiterhin zu wenig Plätze und eine unsichere Finanzierung der Hilfesysteme. „Gewaltschutz rettet Leben“, betonte sie und forderte eine bessere Ausstattung von Frauenhäusern sowie barrierefreie Schutzangebote.
Sabine von Bündnis 90/Die Grünen wies darauf hin, dass Gleichstellung immer wieder verteidigt werden müsse. Sie verwies auf Studien, nach denen viele Menschen glauben, für Gleichberechtigung sei bereits genug getan worden. Gleichzeitig seien Gewalt gegen Frauen und Femizide weiterhin Realität. „Solange Frauen nicht sicher sind, sind wir alle nicht frei“, sagte sie.
Auch der Zusammenhang zwischen Feminismus und dem Einsatz gegen Rechtsextremismus wurde auf der Kundgebung betont. Lina vom Verein „Wir sind mehr“ erklärte, Feminismus sei kein Trend, sondern Teil eines breiteren Kampfes für Demokratie und Menschenrechte. Der Verein setze sich in der Region seit Jahren gegen rechte Ideologien ein und kündigte ein feministisches Festival für den 22. August auf dem Neumarkt an.
Roberta von Solid/Die Linke erinnerte in ihrem Beitrag an die Geschichte der Frauenbewegung – von den Demonstrationen für das Frauenwahlrecht Anfang des 20. Jahrhunderts bis zu heutigen Kämpfen um Gleichberechtigung. Sie kritisierte insbesondere die ungleiche Bewertung von Erwerbs- und Care-Arbeit sowie globale Ungleichheiten.
Eine weitere Perspektive brachte Rebecca Lefèvre vom Verein „gemeinsam zusammen e.V.“ ein. Sie sprach über die Situation von Frauen mit Behinderungen und unsichtbaren Erkrankungen. Diese seien häufig mehrfach diskriminiert und würden in gesellschaftlichen Debatten übersehen. Sie warb dafür, Gleichstellungspolitik stärker intersektional zu denken und bestehende Rechte konsequenter umzusetzen.
Zum Abschluss der Veranstaltung versammelten sich die Teilnehmenden noch einmal gemeinsam auf dem Neumarkt zum Tanzen. Angeleitet wurde die Performance von Simone Fritz 
zum Thema: "Frauen, zeigt euch!", mit der
Intention Frauen in Bewegung zu bringen, Gemeinschaftsgefühl zu stärken, wertfrei Weiblichkeit zu zeigen und Freude zu haben. Am Stand der Omas gegen Rechts gab es noch die Mitmachaktion "Wenn Oma streikt...".

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